Masal – lebt jetzt ein selbstbestimmtes Leben

Hallo, ich heiße Masal und habe mich entschieden in die Beratungsstelle zu kommen, weil ich Angst davor habe gegen meinen Willen verheiratet zu werden. Ich bin 20 Jahre alt und habe einen georgisch-jesidischen Hintergrund, bin aber in Deutschland aufgewachsen. Ich habe Angst geschlagen zu werden, aus diesem Grund verstecke ich mich oft in meinem Zimmer und komme ungern heraus. Ich will und kann die Situation Zuhause nicht länger aushalten. Durch die ständige Abwertung, die ich erleide und wegen der Belastung, habe ich körperliche Symptome. Ich kann nicht gut schlafen und mich plagen oft Alpträume. Seit einem Jahr verheimliche ich meine Beziehung zu meinem deutschen Freund gegenüber meinen Eltern. Es kostet mich viel Kraft diese Verbindung zu ihm geheim zu halten. Für meine Eltern ist diese Beziehung nicht tolerierbar, da wir nach den Werten der jesidischen Kultur meiner Eltern leben sollen. Ich rechne mit dem Schlimmsten, wenn meine Eltern etwas davon erfahren. Für meine Eltern ist eine Ehe nur innerhalb unserer Kultur vorstellbar. Meine große Schwester ist bereits mit einem Jesiden verheiratet worden, obwohl er nicht „ihre Liebe“ ist. Ich möchte das nicht für mich, ich möchte meine eigenen Vorstellungen von meinem Leben verwirklichen. Ich bin bereit dafür einen Bruch in meiner Familie in Kauf zu nehmen, meinen Wohnort zu wechseln und alle meine Freunde und mein ganzes Umfeld zu verlassen. Den Abbruch mit meiner Familie möchte ich nicht direkt, sondern ihn langsam vorbereiten. Ich möchte dabei auf mein Bauchgefühl hören und mir dabei mein eigenes Tempo vorgeben. Mein Ziel ist ein selbstbestimmtes Leben. Ich bin froh, dass es Hilfseinrichtungen gibt, welche mir keinen Druck machen und auf meine Vorstellungen eingehen. Hier kann ich etwas zur Ruhe kommen, mir wird geholfen. Hier kann ich ein Postfach eröffnen, um wichtige Dokumente von Ämtern oder Behörden erhalten zu können. Mit dieser Hilfe kann ich gemeinsam mit den Beraterinnen weitere Schritte planen. Ich kann Kontakt zum Amt für Soziale Arbeit aufnehmen, um finanzielle Unterstützung nach meinem Auszug von meiner Familie zu erhalten. Ich kann eine Ausbildungsstelle suchen, am besten in einer anderen Stadt. Ich bin dankbar für die Unterstützung, denn so kann ich die ersten Schritte in ein eigenständiges Leben nach meinen Vorstellungen planen.

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