Drei Regionen Modell

Mithilfe einer intensivierten, regionalen Vernetzung sollen in Hessen abgestimmte Interventionen zum Komplex Gewalt im Namen der Ehre aufgebaut und dadurch verlässlichen Schutz für betroffene Personen erreicht werden. Hierfür wurde in Hessen das sogenannte 3-Regionen-Modell eingeführt, bei dem in drei Regionen Hessens Schwerpunktzentren eingerichtet wurden (Nordhessen, Süd-/Osthessen und Rhein-Main/Mittelhessen), welche die Regionen mit flexibler aufsuchender Hilfe versorgen und Präventionsinitiativen entwickeln. Darüber hinaus finden hessenweite Abstimmungen sowie eine Kooperation in den Grenzregionen statt, um effektive und bedarfsorientierte Zuständigkeiten in der operativen Arbeit zu gewährleisten.

Die Federführung übernimmt für jede Region je eine Einrichtung:

Nord-Hessen

Schwerpunktträgerin 1. Mädchenhaus Kassel 1992 e.V.

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Rhein-Main/ Mittelhessen

Schwerpunktträgerin FIM e.V. – Frauenrecht ist Menschenrecht

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Süd-Ost-Hessen

Schwerpunktträgerin SOLWODI Deutschland e.V.

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Derzeit sind insgesamt zehn freie Träger im 3-Regionen-Modell tätig. Die geografische Aufteilung ist das Ergebnis intensiver Vorgespräche zwischen allen beteiligten Organisationen.

Die landesweite Kooperation wird im Jahr 2019 von einem weiteren Träger unterstützt – die Schottener Sozialen Dienste GmbH.

Finanziert und unterstützt wird das Projekt durch das Hessische Ministerium für Soziales und Integration.

Bei Gewalt im Namen der Ehre handelt es sich um Gewalthandlungen, die mit der Begründung gerechtfertigt werden, dass sie für die Erhaltung oder Wiederherstellung der Familienehre notwendig seien. Diese Gewalthandlungen können von psychischem Druck und restriktiver Erziehung über psychische und physische Gewaltanwendung bis zu schwersten Menschenrechtsverletzungen führen. Sie werden meist in einem gewaltbejahenden, hierarchisch organisierten und nach Geschlechtern geordneten Familien- und Gesellschaftssystem begangen. In seinen drastischsten Ausformungen sind in erster Linie Mädchen und (junge) Frauen davon betroffen. Jungen und Männer, die sich nicht an Geschlechternormen, Familienehre oder Heteronormativität halten, sind ebenfalls stark gefährdet. Gewalt im Namen der Ehre ist stark tabuisiert. Es ist grundsätzlich von einem großen Dunkelfeld an Betroffenen auszugehen.

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